Die neue Saison hat mit einem vereinsinternen Duell zwischen Neuhofen 5 und Neuhofen 6 begonnen. In beiden Mannschaften spielen viele unserer Jugendtalente mit. Die Aufregung war deshalb vor Beginn groß und jeder freute sich auf spannende Duelle. Die Spieler kennen sich bereits gut und waren entsprechend aufeinander vorbereitet.
Brett 1: Benedikt – Maximilian M.
Benedikt hatte sich auf eine Russische Eröffnung vorbereitet, doch Maximilian spielte stattdessen die Caro-Kann-Verteidigung. Eine Überraschung für Benedikt, der am Anfang einiges an Zeit investierte, aber keinen wirklichen Vorteil erreichen konnte.
Es wurde viel getauscht und die Stellung vereinfachte sich schnell. Im Endspiel mit Springer und sechs Bauern gegen Springer und sechs Bauern gab es vielleicht noch spannende Varianten, aber schließlich wurde die Partie remis gegeben.
Brett 2: Felix – Alexander
Felix möchte sein Eröffnungsrepertoire erweitern und entschied sich für die Sizilianische Eröffnung. Er hat damit noch wenig Erfahrung und musste bereits früh viel rechnen und verschiedene Varianten durchdenken.
Da auch Alexander gerne gründlich überlegt, entwickelte sich die Partie sehr langsam. Nach ungefähr zwei Stunden Spielzeit hatten beide erst zehn Züge ausgeführt. Es entstand eine Stellung mit vielen Möglichkeiten, aber auch zahlreichen Risiken.
Da beide unbedingt sicherstellen wollten, nicht zu verlieren, einigten sie sich schließlich auf Remis.
Brett 3: Maximilian B. – Egon
Maximilian entwickelte in einer Damengambit-Variante ein starkes Zentrum. Von beiden Seiten wurden viele Bauernzüge gemacht, während die Figurenentwicklung etwas vernachlässigt wurde.
Die Stellung von Maximilian war jedoch gut. Er hatte schöne Angriffsmöglichkeiten gegen einen rückständigen Bauern von Schwarz.
Spannend wurde es auf der Diagonale, als ein Bauer auf c6 gefesselt war. Maximilian erkannte die Möglichkeit und versuchte, die Fesselung auszunutzen. Egon hatte die Variante jedoch gut durchgerechnet und konnte einen Bauern nehmen und gleichzeitig die Fesselung auflösen.
Es entstand ein Turmendspiel, in dem Maximilian einen Bauern mehr hatte. Wahrscheinlich hatte er noch Gewinnchancen und stand etwas besser. Aber Turmendspiele enden sehr oft remis und so war es auch diesmal.
Brett 4: Christoph – Wolfgang
Wolfgang spielte sehr aktiv mit seiner Dame und stellte immer wieder Drohungen auf. Christoph verzichtete darauf, seine Figuren weiterzuentwickeln, um seinen König rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Dadurch entstand eine gefährliche Fesselung auf der e-Linie.
Zu seinem Glück konnte Wolfgang diese Möglichkeit nicht ausnutzen. Die Stellung blieb für Schwarz jedoch mühsam. Nach einem Bauern verlor Christoph auch noch eine Qualität und seine Lage wurde immer schwieriger.
Wolfgang wollte die Stellung daraufhin unbedingt vereinfachen und die Damen tauschen. Das war allerdings nicht der richtige Plan, er hätte aktiver weiterspielen sollen. Anschließend übersah er auch noch, dass er seinen starken Freibauern herschenkte. Christoph nahm dieses Geschenk natürlich gerne an.
Eine Folge davon war auch eine gewisse Unsicherheit in Wolfgangs Spiel, und er spielte nicht mehr so stark wie zu Beginn. Die Damen wurden zwar getauscht und Wolfgang hatte immer noch eine Qualität mehr, aber den Weg zum Sieg konnte er nicht finden. Damit endete auch diese Partie remis.
Fazit
Vom Ergebnis her sieht es fast so aus, als wäre das Match eine ausgemachte Sache gewesen. Das war es aber ganz und gar nicht!
Auch das Publikum wird bestätigen, dass die Kinder sehr stark gespielt haben und es eine große Freude war, bei den Partien zuzuschauen. Alle vier Partien endeten remis, ein Ergebnis, das den spannenden und ausgeglichenen Verlauf des Matches nur teilweise widerspiegelt.
Ich freue mich auf jeden Fall schon auf unsere nächste Partie von Neuhofen 5 gegen den Tabellenführer Kremsmünster 1!
