Vorletzte Runde für Neuhofen 5 in Steinbach an der Steyr

Die vorletzte Runde durften wir gegen Steinbach/Grünburg spielen, Nummer 4 in der Rangliste. Mit einem Eloschnitt von 1702 (bei uns 1349) wussten wir, dass es kein einfacher Nachmittag werden würde. Der Mannschaftsführer hat mich gefragt, ob ich auch mitspiele, und hatte die Bitte, dass ich, wenn ich spiele, auf Brett 1 spielen kann. Der Brett-1-Spieler von Steinbach/Grünburg fadisierte sich oft in der ersten Klasse. Ich habe mir dann gedacht: Heute wird er sich nicht fadisieren, wenn er gegen Hannes spielt.

Steinbach/Grünburg – Neuhofen 5: 1 – 3

Brett 1:
Hannes spielte, wie gesagt, auf Brett 1. Wie so oft spielte er eine sehr taktische Partie mit vielen Drohungen, zum Beispiel mit zwei Läufern auf der Diagonale h1–a8 und einem stark umkämpften Zentrum. Die Partie dauerte lange und die Spannung hielt lange an. Erst als die anderen drei Partien bereits entschieden waren, wurde auch hier die Stellung vereinfacht. Hannes konnte einen Bauern gewinnen und in ein Turmendspiel abwickeln. Turmendspiele sind aber sehr oft Remis – und das war hier auch der Fall.

Brett 2:
Raphael spielte auf Brett 2. Sein Gegner wählte mit Schwarz eine skandinavische Verteidigung. Das bedeutet, die schwarze Dame war schnell aktiv im Spiel und konnte auch immer wieder gejagt werden. Raphael spielte es nicht ganz richtig und ermöglichte seinem Gegner einen gefährlichen Königsangriff. Zum Glück für uns übersahen beide eine Matt-in-1-Situation, aber die Probleme blieben bestehen. Schließlich konnte Raphael die Stellung vereinfachen und die Damen tauschen. Die Mattdrohungen waren damit weg, aber materiell lag er noch zurück. Doch sein Gegner war freundlich und schenkte auch noch einen Turm. Raphael akzeptierte das Geschenk und gewann danach souverän die Partie.

Brett 3:
Kilian spielte auf Brett 3 mit den schwarzen Figuren. Weiß spielte mit einem doppelten Fianchetto, von dort aus wurde das Zentrum angegriffen. Phasenweise hat mir die Figurenstellung von Kilian nicht gefallen, aber er hatte alles unter Kontrolle. Die Stellung wurde vereinfacht und Kilian hatte ein schönes Zentrum. Sein Gegner bot dann Remis an, was Kilian ablehnte. Und wenn man ein Remisangebot ablehnt, muss man natürlich zeigen, welchen Plan man hat, um zu gewinnen. Kilian hatte einen Plan: Er überraschte seinen Gegner mit einem schönen Springeropfer. Der war so beeindruckt, dass er sofort eine Qualität herschenkte und kurz darauf die gesamte Partie aufgab.

Brett 4:
Christoph spielte mit Weiß ein angenommenes Damengambit. Er wollte einen Angriff auf f7 spielen, das war aber etwas zu einfach und kostete Christoph ein paar Züge. Dadurch geriet er in der Entwicklung in Rückstand. Er konnte die Stellung zwar vereinfachen, spielte dann aber ein paar unglückliche Züge und landete in einem Endspiel mit einem schwachen Springer gegen einen starken Läufer. Er ermöglichte seinem Gegner, mit dem König in die Stellung einzudringen und dort einen Bauern zu erobern. Die Stellung sah für Weiß nicht gut aus: Der Läufer kontrollierte das Brett und ein Bauerndurchbruch war möglich. Aber Christoph spielte weiter und bekam eine Chance, die er sofort ergriff. Auch er konnte mit einem Bauern durchbrechen und diesen umwandeln. Das Damenendspiel wurde dann Remis gegeben.

 

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